Die Figur Setenta ist eine der bekanntesten der kubanischen Salsa (Casino) und lässt sich dank ihrer vielen Varianten und Möglichkeiten endlos abwandeln.
Der Name „Setenta“, eine Zahl, die aus dem Spanischen übersetzt 70 bedeutet, stammt höchstwahrscheinlich aus den 70er Jahren, in denen diese legendäre Figur besonders oft getanzt wurde.
Die Setenta ist nicht schwer, wird aber in vielen lateinamerikanischen Tanzschulen so unterrichtet, dass sie durch einige Details an Charme verliert.
Die Setenta der kubanischen Salsa im Überblick
Für Anfänger mag diese Figur kompliziert wirken, doch sie besteht einfach aus Grundfiguren der kubanischen Salsa, die Sie schon im Anfängerkurs lernen. Das zeigen wir Ihnen im Abschnitt über die wichtigsten Schritte der Setenta.
Von der Fortbewegung und vom Aufbau her lässt sich die Setenta (siebzig) auf zwei Arten tanzen:
- Platzwechsel zwischen Mann und Frau: Das ist für Anfänger einfacher und hilft, die Mechanik der Figur zu verstehen, denn Leader und Follower tauschen hier einfach die Plätze. Auch in der Rueda (dem Casino-Kreis) ist das für Anfänger leichter, denn in der Rueda gibt es eine Mitte, und am Ende der Figur müssen alle zur selben Zeit am selben Ort sein.
- Mit viel mehr kreisförmigen Bewegungen: Die kubanische Salsa ist ein Tanz, bei dem man ständig geht und sich bewegt, oft im Kreis. Man kann die Setenta also mit viel mehr Bewegung tanzen, ohne sich um einen einfachen Platzwechsel zu kümmern. Auf den Pausen „gleiten“ die Tanzpartner, um die Richtung oder Ausrichtung zu wechseln.
- Aufbau: Wie immer bestehen die Figuren der kubanischen Salsa aus kleinen, aneinandergereihten Bewegungen, hier: die Figur Vacila + ein kurzes Gehen + ein Pa’ ti pa’ mi.
Unser Freund Steven Messina erklärt sie sehr gut in einem seiner YouTube-Videos (auf Englisch, aber gut verständlich):
Die Setenta wird mit zwei Händen getanzt, kann aber auch komplett mit einer Hand getanzt werden, wie im Video bei 23 Sekunden zu sehen.
Die Schritte der Setenta in der Salsa
Der Weg der Partner bei einer Setenta, also die Fußarbeit, setzt sich aus 3 bekannten Figuren zusammen, in dieser Reihenfolge:
- Vacila: Schläge 1-2-3.
- (Kurzes Gehen): Schläge 5-6-7.
- Pa’ ti pa’ mi (para ti para mi): Schläge 1-2-3 (4) 5-6-7, 1-2-3 (4) 5-6-7.
Nach einem Guapea (in manchen lateinamerikanischen Tanzschulen Dile que sí genannt) kommt auf Schlag 8 eine Präsentation: Der Leader (meist der Mann) führt die rechte Hand seiner Partnerin nach vorne, zum Beispiel in die Mitte einer Rueda.
1-2-3: Vacila
Dann führt der Mann eine Vacila con la mano (Vacila mit der Hand), wobei seine linke Hand die rechte Hand der Partnerin hält. Seine rechte Hand bietet er der Partnerin mit der Handfläche nach oben an, und sie legt ihre linke Hand hinein.
Die rechte Hand des Mannes, die gerade die linke Hand der Frau genommen hat, bleibt unten (ungefähr auf Gürtelhöhe), damit sich der linke Ellbogen der Frau ganz natürlich im unteren Rücken beugen kann, wie auf dem Bild zum ersten wichtigen Moment zu sehen. Das nennt man die „spanische Haltung“:

Für die Frau sind die Schritte dieselben wie bei einer Vacila.
5-6-7: Gehen
Durch das Gehen können die Partner weiter in der Drehung gehen (die kubanische Salsa ist ein Gehen).
Auf Schlag 7 (ein wichtiger, betonter Schlag, der oft schlecht unterrichtet wird) ist die linke Hand des Mannes dann ganz unten. Das hilft der Frau, sich neu auszurichten (die Frau, der Follower, folgt immer ihrem Arm, der immer vorne sein sollte, um gut zu stehen und Schulterverletzungen zu vermeiden). Außerdem zeigt es das Ende eines Abschnitts an, die Führung ist so ganz klar.
Die Partner gehen weiter nach vorne.
1-2-3 (4) 5-6-7, 1-2-3 (4) 5-6-7: Pa’ ti pa’ mi
Das ist der Abschnitt des Pa’ ti pa’ mi: Der Mann geht unter seinem eigenen rechten Arm hindurch, dann geht die Frau unter ihrem rechten Arm hindurch, und schließlich kommt die Position für den Dile que no.
Regel der kubanischen Salsa: Um in die Position für den Dile que no zu kommen, legt die Frau ihre linke Hand auf die rechte Schulter des Mannes. Der Follower geht immer zur rechten Schulter des Leaders.
Pa’ ti pa’ mi bedeutet übersetzt „für dich, für mich“: Ich gehe für dich unter einem Arm hindurch, dann gehst du für mich unter einem Arm hindurch, jeder geht einmal unter einem Arm durch, erst ich, dann du.